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Wo gibts den, und warum schreit jeder danach? Der kann doch nicht härter sein, wie
jeder andere Stahl. Vielleicht sollte ich einen Versandhandel damit eröffnen.
Dem Hauer verrat ich das aber nicht. Mal sehen wie lang es noch gut geht in der Firma.
Ich hab mein Schäfchen im Trockenen.
Aber schon klar. Du hältst dich zurück. Nicht, dass da was durchsickert.
Ja ja ja schon gut. Ich mein ja nur.
Karl Heinz Jeron ist Elektronikkünstler und hat in der U-Bahn viele Handy-Telefonate mit angehört. Die verarbeitet er jetzt zu einer Oper

Schöppingen. Wer ist nicht bisweilen genervt, wenn er in der U- oder S-Bahn unfreiwilig Zeuge von Handy-Telefonaten anderer Fahrgäste wird? Karl Heinz Jeron (49) schlägt jetzt zurück. Der Elektronikkünstler plant eine Oper aus nervigen Handygesprächen. Jahrelang habe er sich auf Bahnfahrten über die lauten und sinnlosen Telefonate von Sitznachbarn geärgert. „Jetzt räche ich mich. Ich schreibe mit. Zwei Notizbücher sind schon voll.“ Aus den skurrilsten Sätzen, die er aufschnappte, will der Künstler ein Libretto verfassen. „Das wird eine Oper.“ Die Texte werde er digitalisieren und von Robotern aufsagen lassen. Für die Musik wolle er sich an einen Komponisten wenden. Kleiner Opern-Vorgeschmack: „Sollen wir die silber machen, oder in mehreren Farben? Grün, blau, rot? Ja. Ähmm. Ähmm. Ja, aber. So mal: blau, braun, schwarz, weiß, dass er heraus sticht.“ Der Konzeptkünstler Jeron ist Stipendiat des Künstlerdorfes Schöppingen im Münsterland. Er hat bereits Georg Friedrich Händels Wassermusik mit Robotern inszeniert.
Elektronikkünstler Karl Heinz Jeron plant eine Oper aus nervigen Handygesprächen.

Aus den skurrilsten Sätzen, die er aufschnappte, will der Künstler ein Libretto verfassen. «Das wird eine Oper.» Die Texte werde er digitalisieren und von Robotern aufsagen lassen. Für die Musik wolle er sich an einen Komponisten wenden.
Vertont werden Texte wie folgender: «Sollen wir die silber machen, oder in mehreren Farben? Grün, blau, rot? Ja. Ähmm. Ähmm. Ja, aber. So mal: blau, braun, schwarz, weiss, dass er heraus sticht.»
Der Konzeptkünstler Jeron ist Stipendiat des Künstlerdorfes Schöppingen im Münsterland. Er hat bereits Georg Friedrich Händels Wassermusik mit Robotern inszeniert.
(phz/sda)
Augsburg Karl Heinz Jeron reicht es jetzt. Jahrelang ärgerte er sich auf Bahnfahrten über die lauten und sinnlosen Handy-Telefonate von Sitznachbarn. „Jetzt räche ich mich“, kündigt der Berliner Künstler an, und um seine Rache umzusetzen, bedient er sich sehr spezieller Mittel: Er plant eine Oper, und das Libretto soll ausschließlich aus den banalen Botschaften bestehen, die er – meist gezwungenermaßen – mithören musste.
Irgendwann fing der 49-Jährige an, mitzuschreiben. „Zwei Notizbücher sind schon voll“, sagt er – mit wesentlich mehr als dem Standardsatz: „Hallo, ich bin’s, ich sitze jetzt gerade im Zug.“ Aus den skurrilsten Sätzen, die er aufschnappte, will Jeron das Libretto verfassen. Kleiner Vorgeschmack: „Sollen wir die Silber machen oder in mehreren Farben? Grün, blau, rot? Ja. Ähmm. Ähmm. Ja, aber. So mal: blau, braun, schwarz, weiß, dass er heraussticht.“ Die Handy-Gesprächstexte werde er digitalisieren und von Robotern aufsagen lassen. Eine Oper – wenn auch nur 20 oder 30 Minuten lang – will er aus den mitgehörten halben Dialogen deshalb machen, „weil die ja doch sehr repetitiv und auch irgendwie rhythmisch sind“. Dazu sucht Jeron, der selbst von der Malerei herkommt, die Kooperation mit einem Komponisten, der zu seinen Textcollagen und Geräuschkulissen die Melodien und Klangfarben beisteuert.
Karl Heinz Jeron ist ein Konzeptkünstler, der mit Fundstücken, Bildern, mit Klängen und elektronischer Musik arbeitet. Der gebürtige Memminger, der seit Langem in Berlin lebt, hat schon mal Georg Friedrich Händels Wassermusik inszeniert, und auch dabei spielten kleine Roboter mit, die Themen aus dem berühmten Werk variierten. Sein jüngstes Werk „For Eleonore“ ist eine Audioinstallation auf einem Schiff im Hafen von Linz, bei der wiederum ein Roboter die Donauwellen lautmalerisch umsetzt.Für „Dingliebe“ brachte er ganz unscheinbare Alltagsgegenstände zum Klingen, die er bei seinen Stadtspaziergängen durch Berlin aufgelesen hatte. In der Videoarbeit „Kaspar Hauser is Learning“ sprach er die Einsamkeit des modernen Menschen und sein antisoziales Verhalten an. „Will Work For Food“ thematisierte den Wert der Arbeit: Galerie-Besucher konnten für häusliche Feste Roboter mieten, die entweder „Happy Birthday“ oder die Internationale sangen. Und in „Die Verbesserung des Fernsehens am Nachmittag“ persiflierten seine kleinen Roboter „diese unsäglichen Gerichtsshows“.
Auf den Alltag – durchaus auch in seiner bizarren Form – richtet sich also Karl Heinz Jerons künstlerisches Interesse. Seine Arbeit, die immer wieder in Performances oder Installationen mündet, diene der Erforschung populärer sozialer Themen, schreibt er auf seiner Homepage (http://portfolio.jeron.org). Bei diesem Programm war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der Künstler beim Handy landete, diesem alltäglichsten und scheinbar unverzichtbaren Alltagsgegenstand.
Angela Bachmair (mit dpa)
Weil ihn seit Jahren die vielen Handygespräche um ihn herum nerven, will der Künstler Karl Heinz Jeron eine Oper schreiben, die aus sinnlosen Telefonaten besteht.
Elektronikkünstler Karl Heinz Jeron (49) plant eine Oper aus nervigen Handygesprächen. Jahrelang habe er sich auf Bahnfahrten über die lauten und sinnlosen Telefonate von Sitznachbarn geärgert. „Jetzt räche ich mich. Ich schreibe mit. Zwei Notizbücher sind schon voll.“

Aus den skurrilsten Sätzen, die er aufschnappte, will der Künstler ein Libretto verfassen. „Das wird eine Oper.“ Die Texte werde er digitalisieren und von Robotern aufsagen lassen. Für die Musik wolle er sich an einen Komponisten wenden.
Kleiner Opern-Vorgeschmack: „Sollen wir die silber machen, oder in mehreren Farben? Grün, blau, rot? Ja. Ähmm. Ähmm. Ja, aber. So mal: blau, braun, schwarz, weiß, dass er heraus sticht.“ Der Konzeptkünstler Jeron ist Stipendiat des Künstlerdorfes Schöppingen im Münsterland. Er hat bereits Georg Friedrich Händels Wassermusik mit Robotern inszeniert.