Konzept

„Ich sitze grade im Zug. Wo bist Du?” Seit (fast) jeder ein Handy hat, finden privateste Telefongespräche nicht nur in geschlossenen Räumen statt, sondern werden öffentlich. Jahrelang habe ich mich in öffentlichen Verkehrsmitteln über die sinnlosen Telefonate meiner Sitznachbarn geärgert. Vor einigen Monaten beschloss ich mitzuschreiben. Zwei Notizbücher sind schon voll. Die Texte werden digitalisiert und von kleinen, singenden Robotern aufgeführt: vier Solisten und ein Chor. Für die Vertonung arbeite ich mit einem professionellen Komponisten zusammen.

Namensgebend ist Hermes, der Schutzgott der Redekunst. Die Handy-Gespräche bilden allgemeinmenschliche Situationen unter den Überschriften Geheimnis, Sex, Schuld, Verrat ab. In diesen vier Akten inszeniere ich die mitgeschriebenen Gespräche und verwandele Alltagssituationen in einen künstlerischen Akt.

 

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