Hermes – EMAF 2012

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Projektentwicklung

Libretto

Chor

       Hallo! Hallo!
       Hörst du mich?
       Ich versteh dich nicht.

GEHEIMNIS

SÄNGER 1

        Was da passiert ist, wird immer klarer.

        Es geht um folgendes:
        Ich weiß, dass ich es unbewusst mein
        ganzes Leben lang tat.

        Und was voriges Jahr war,
        war auch bereits da.
        Es gab nur nicht genügend Beweise.

        Ich dachte nur:
        Was zum Teufel geht hier vor?
        Komm damit erstmal klar.

        Ob das wahr ist oder nicht,
        ich weiß das nicht.
        Es ist unser Thema,
        das weißt du, und es geht immer weiter.

Chor
       Wo bist du?
       Ja. Ähmm. Ähmm.
       Ja, aber ...

SEX

Sänger 2 

        Ohhh Ohhh Ohhh

Sänger 1 

        Das Problem an sich ist ja auch,
        dass ich das bis jetzt immer wusste
        und ich trotzdem in diese Situationen kam. 

Sänger 2

        Ich weiß nur nicht, ob du jetzt verstehst. 

Sänger 1

        Ich fühle mich nicht gleichwertig. 

Sänger 2

        Du weißt, dass es mich verletzt.

Sänger 1

        Toll, da kann ich mir viel zusammen reimen.
        Liebst du mich nicht? Bin ich den Sex nicht wert oder was? 

Sänger 2

       Dir kommen die unmöglichsten Fragen in den Kopf.

Sänger 1

       Ich will nicht so eine Abreagiertante ausm Internet sein, aber das bin ich irgendwie. 

Sänger 2
      Irgendwo hat das auch seine Grenze bei mir.

Chor
       Ja!
       Und? Gehts
       Ja, ja ... und?

SCHULD

Sänger 1

       Ohh Ohh Ohh Ohh 

Sänger 2

       Auf jeden Fall ist gestern was passiert.
       Wo liegt denn die Schuld, die mir immer wieder unterschoben wird.

Sänger 1

      Du hast mich doch angerufen, mir davon erzählt.
      Wann wirst du endlich darüber hinwegkommen?

Sänger 2

      Wow, heftig echt. 

Sänger 1

      Also ich habe das schon des Öfteren gesehen, im Fernsehen kommt so was auch. Ist vollkommen in Ordnung. 

Sänger 2

       Blödsinn!
       Tut soviel Naivität eigentlich weh? 

       Oh Mann, hast Du von der Materie eigentlich irgendeine Ahnung? 

       Die Zeit, in der Du jetzt selbstgefälligen Schwachsinn verbreitest hast,
       hättest Du lieber darin investiert, dir eine Entschuldigung zu überlegen. 

Sänger 1

       Also wirklich! Ach, ich bin aber doch auch immer der Böse...

Chor
       Was hast du heute gemacht?
       Wie geht es dir?
       Nichts!

VERRAT

Sänger 1

       Ich denke, dass ich ihr es sagen muss,
       bin aber in Panik, was ihre Reaktion sein könnte. 

       Auf den Servietten bei unserer Hochzeit stand:
       "Heute habe ich meinen besten Freund geheiratet." 

Sänger 2 (fährt nach oben)

       Jetzt ist es zu spät

       Das merkt die doch nie.

       Mein Gott. Jetzt stell dich doch nicht so an.
       Zum Anständigsein bleibt noch genug Zeit.
       Also entspann dich und dann ist wieder Licht am Horizont.

       Wenn du es zugibst, ist alles aus.
       Wenn du ehrlich bist,
       wird Vertrauen, Liebe, Freude, alles ausgewischt.

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Librettoschnipsel

Hermes auf dem EMAF

Die Hermes Oper wird vom 18. – 22. April täglich auf dem European Media Art Festival in Osnabrück aufgeführt.

Mi.: Eröffnung, 20:30 und 22:30
Do.: 14:30 und 18:30
Fr.: 14:30 und 18:30
Sa.: 14:30 und 18:30
So.: 14:30 und 18:30

Das komplette Programm und mit allen wichtigen Informationen steht hier zum Download bereit http://emaf.de/files/programmheft_emaf_2012_d.pdf
HERMES – EINE HANDY- OPER IN VIER AKTEN

»Ich sitze grade im Zug. Wo bist Du?« Seit jeder ein Handy hat, finden privateste Telefongespräche nicht nur in geschlosse- nen Räumen statt. Jahrelang hat sich der Künstler Karl Heinz Jeron in öffentlichen Verkehrsmitteln über die sinnlosen Telefona- te seiner Sitznachbarn geärgert. Vor einigen Monaten beschloss er mitzuschreiben. Die vertonten Texte werden digitalisiert und von kleinen, singenden Robotern aufgeführt: vier Solisten und ein Chor. Die Handy-Gespräche bilden allgemeinmenschliche Situationen um Geheimnis, Sex, Schuld, Verrat ab. In vier Akten inszeniert der Künstler die Gespräche und verwandelt Alltagssituationen in einen künstlerischen Akt.

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Ankündigung

Neue Bilder von Julia Alice Treptow

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Projektentwicklung

Jetzt gibt es einen Chor, einen Sänger und eine Hebebühne.

Chor:
” Hallo Hallo”

Solist:
“Was da passiert ist, wird immer klarer. Es geht um folgendes: Ich weiß, dass ich es unbewußt mein ganzes Leben lang tat. Und was voriges Jahr war, war auch bereits da.”

 

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Projektentwicklung

WDR 3 TonArt

Oper aus mitgehörten Handytelefonaten

Singender Roboter, Rechte: Peter Hausdorf Berlin/CC-BY & -SA
Bild vergrößernSingender Roboter

Es gibt sie überall, ob in der Schlange zur Kasse im Supermarkt, im Restaurant am Nebentisch oder im Zugabteil: telefonierende Menschen. Ob sich die Umgebung davon gestört fühlt oder sogar peinlich berührt von den mitgehörten Gesprächsinhalten ist scheint da keine Rolle zu spielen. Vor allem im Zug, wo es wenige Ausweichmöglichkeiten gibt kann man sich schon mal vom lautstark telefonierenden Hintermann genervt fühlen.

So ging es auch dem Berliner Elektronikkünstler Karl Heinz Jeron. Doch anstatt sich darüber weiterhin aufzuregen begann er die mitgehörten Handytelefonate in Notizbüchern mitzuschreiben, zunächst ohne Ziel. Eine Idee ließ nicht lange auf sich warten: die Handymonologe sollen in einer Oper zum Klingen gebracht werden. „Hermes“ ist der Titel.

Beitrag anhören

Beitrag von Julia Spyker

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Presse

Arbeiten am Chor

Der Chor singt in der Luft. Hier ist ein Sänger am Seil hängend zu sehen.

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Projektentwicklung

Einladung zur Preview

am 9. Dezember 2011 ab 14.00 im Künstlerdorf Schöppingen Feuerstiege 6 48624 Schöppingen

Nach zwei Monaten bin ich ein gutes Stück voran gekommen und möchte zu einer kurzen Preview einladen.
Die Vorführung findet in Schöppingen statt, wo ich zur Zeit ein Stipendium verbringe.
Über einen Besuch würde ich mich sehr freuen.

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Ankündigung

Die Produktion beginnt

Heute fahre ich ins Münsterland nach Schöppingen und beginne dort in meinem Atelier der Stiftung Schöppingen die Arbeit an der Hermes Oper. Dank der Agentur Kolle Rebbe habe ich genug Materialgeld, um einen Solisten und den Chor zu bauen. Im Dezember gibt es auf jeden Fall eine kleine Preview und sicher zwischendurch ein kleines Video über die Fortschritte.
Damit es weiter in großen Schritten vorangeht, rechne ich mit eurer finanziellen Unterstützung http://www.startnext.de/hermes

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Projektentwicklung

Weiblich, ca 35 im ICE nach Dortmund

Ich? nach Hause gehen. Meine Eltern? Ne ne nicht Kaffee trinken. sehr gut. Wir gehen ohne den Freund. Für mich ist es dringend. Wir treffen uns um die Ecke.

Er ist geschieden. Hat er hat eine Freundin?

Ich bin dann im Hotel. Haha und er soll auch ein Einzelzimmer buchen. Das schnallt die nie. Auf jeden Fall. Lieber hab ich ihn an den Wochenenden. Ha ha. Das kann ich jetzt nicht erzählen. Ha ha du weißt schon … ha ha lecker. gut gebaut. Apropos ich würd mich auch mal wieder mit Julia treffen. Wenn sie nicht zickt. Nur ihr Typ. Der geht gar nicht. Wenn die ohne ihn kommt wärs mir lieber. Letztes Mal war er echt daneben. Erst ne große Klappe und dann … Ha Ha ja genau Was Julia an ihm findet ist mir echt schleierhaft. Wo ist Julia? Ne oder. Glaub ich nicht. Ne Ne das erzählt sie doch nur, damit sie nicht so doof dasteht. Ich sag dir nen Schlaffi erkenn ich sofort.

Ups. Oh die gucken hier schon. Lass uns aber auf jeden Fall am Wochenende treffen. Aber blos nicht zu viele Typen, mehr Mädels sonst hab ich keinen Bock. Ha ha Girlpower.

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Librettoschnipsel